Next Level E-Commerce: Ein stabiles Magento-Fundament für das erste Digital-Produkt der voestalpine.

Wenn aus physischen Plastikkarten, umständlichem Papierkram und zusätzlichen Wegen zum Service-Center eine nahtlose, performante App-Erfahrung wird, dann ist digitale Transformation wirklich gelungen. Für die voestalpine vivo Mitarbeiter Service GmbH (kurz VIVO) durften wir das Backend für die neue, leistungsstarke VIVO-App entwickeln – in enger Zusammenarbeit mit den App-Spezialisten von moweex, die sich für Konzept und Frontend in Form der App verantwortlich zeichneten. Das Ergebnis ist ein bedeutender Meilenstein – nicht nur für zehntausende Nutzer, sondern auch, weil es sich um das erste rein digitale Produkt der voestalpine handelt, das vollständig digital vertrieben wird.

Die Ausgangssituation: Ein überzeugendes Angebot, das ein digitales Update benötigte

Um die Tragweite dieses Projekts einordnen zu können, lohnt sich ein Blick auf den Hintergrund von VIVO. Als 100%ige Tochtergesellschaft der voestalpine bietet VIVO seit 2008 umfassende Dienstleistungen, Services und vor allem exklusive Rabatte für Mitarbeiter der voestalpine Gruppe und ausgewählter Partnerunternehmen an. Rund 25.000 Menschen besitzen eine solche VIVO Service Card.

Das Angebot ist attraktiv: Wer bei Partnerunternehmen einkauft, profitiert von erheblichen Rabatten. Doch der Weg zum Rabatt war bisher weitgehend analog. Wer beispielsweise einen vergünstigten Gutschein für ein Möbelhaus oder einen Elektronikfachmarkt erwerben wollte, musste persönlich das VIVO Service Center aufsuchen, die physische Karte vorzeigen und den Gutschein vor Ort bezahlen.

In einer Zeit, in der Kinotickets, Flugreisen und der Wocheneinkauf längst per Smartphone erledigt werden, war klar: Dieser Prozess musste modernisiert, nutzerfreundlicher und vor allem digitalisiert werden. Das Ziel war die Entwicklung der VIVO-App – einer mobilen Anwendung, in der Nutzer ihre Karte digitalisieren, Rabatte durchsuchen und als zentrale Funktion digitale Gutscheine rund um die Uhr direkt am Smartphone erwerben können. Idealerweise genau in dem Moment, in dem sie an der Kasse im Geschäft stehen.

Das erste rein digitale Produkt der voestalpine

Für einen Weltkonzern wie die voestalpine, der in der Schwerindustrie beheimatet ist und hochkomplexe physische Produkte herstellt, war dieses Vorhaben von besonderer Bedeutung. Es handelt sich um das erste rein digitale Produkt der voestalpine, das auch digital vertrieben wird. Im Fokus stand nicht die Digitalisierung einer Maschine oder eines Fertigungsprozesses, sondern ein reines Software- und Service-Produkt für die Endnutzer – vom Kauf bis zur Einlösung vollständig digital.

Eine ansprechende und intuitiv bedienbare App ist dabei jedoch nur ein Teil der Lösung. Wenn die App die repräsentative Oberfläche und der einladende Verkaufsraum ist, braucht es im Hintergrund eine leistungsfähige Infrastruktur und durchdachte Prozesse, damit das Gesamtsystem zuverlässig funktioniert.

Für genau diese Oberfläche – Konzept, Design und die Entwicklung der App – war unser Projektpartner moweex verantwortlich. moweex hat dabei weit mehr geleistet, als eine herausragende Nutzeroberfläche zu entwickeln: Das Team hat von Beginn an die Architektur und das Tempo maßgeblich mitgeprägt, beim Deployment entscheidend vorangetrieben und mit hohem Engagement dafür gesorgt, dass das Projekt kontinuierlich Fortschritte machte.

 

Wir wurden beauftragt, das komplette Backend, die Geschäftslogik und das Shop-System zu konzipieren und zu entwickeln. Kurz gesagt: Wir verantworten das Fundament, auf dem die App heute steht.

 

Magento als Herzstück – Ein Shop, der mehr leisten muss

 

Bei der Wahl des Shopsystems hat sich VIVO für Magento entschieden und auf der Suche nach einem kompetenten Umsetzungspartner schließlich CopeX beauftragt. In Magento laufen alle Fäden der VIVO-App zusammen: Hier werden die Gutscheine verwaltet, sämtliche Bestellungen der App-Nutzer abgewickelt, Rechnungen generiert und Transaktions-Mails versendet.

Der Onlineshop fungiert als zentrale Instanz des gesamten Systems. Wenn ein Nutzer die App öffnet, fragt diese beim Backend nach: Welche Gutscheine sind aktuell verfügbar? Was kosten sie? Und sobald der Nutzer auf „Kaufen“ tippt, sorgt unser Backend in Millisekunden dafür, dass der Kauf verbucht und der Gutschein sicher in der App des Nutzers hinterlegt wird.

Doch was in der Theorie nach einem Standard-Magento-Shop klingt, war in der Praxis eine anspruchsvolle Herausforderung. Denn VIVO verkauft keine T-Shirts oder Kaffeetassen.

Die zentrale Herausforderung: Wenn Standard-Funktionen nicht ausreichen

Ein gängiges Shop-System wie Magento unterstützt grundsätzlich sogenannte „virtuelle Produkte“ – Produkte, die nicht physisch versendet werden, etwa Tickets oder Downloads. Für das VIVO-Projekt reichte diese Standard-Logik jedoch bei Weitem nicht aus.

Die Herausforderung: VIVO vertreibt keine generischen Gutschein-Produkte, die beliebig oft erzeugt werden. Die Realität ist komplexer: VIVO bezieht von namhaften Partnern – beispielsweise großen Möbelhäusern wie XXXLutz oder renommierten Elektronikfachmärkten – umfangreiche Kontingente an Gutscheinen. So werden etwa auf einen Schlag hunderte oder tausende spezifische Gutscheincodes mit einem Wert von jeweils 500 Euro eingekauft. Jeder Code ist dabei einzigartig.

Wenn ein App-Nutzer einen solchen 500-Euro-Gutschein erwirbt, darf das System nicht einfach ein generisches „virtuelles Produkt“ ausliefern. Es muss exakt einen unbenutzten Code aus dem verfügbaren Pool zuweisen, diesen dem Nutzer zuordnen und gleichzeitig für alle anderen Nutzer sperren.

Unsere maßgeschneiderte Lösung: Wir haben Magento grundlegend erweitert und eine vollständig neue Voucher-Code-Verwaltung für Gutscheincodes implementiert. Damit wurde es möglich, ein virtuelles Hauptprodukt (z. B. „Zalando“ oder „Möbelhaus-Gutschein 500 €“) in eine Vielzahl einzelner, einzigartiger Ausprägungen zu unterteilen.

 

Konkret haben wir ein strukturiertes Zuordnungssystem entwickelt: Das Management von VIVO kann über einen einfachen Import-Prozess problemlos umfangreiche Listen mit tausenden einzigartigen Codes hochladen. Unser System verarbeitet diese in Sekunden und ordnet die Codes dem entsprechenden Hauptprodukt zu. Sobald ein Nutzer über die App einen Kauf tätigt, greift das Backend gezielt und in Echtzeit auf den Pool an Codes zu, entnimmt exakt einen spezifischen Code und liefert ihn aus.

Durch diese Eigenentwicklung kennt das System zu jedem Zeitpunkt den vollständigen Status jedes einzelnen Gutscheins: Befindet sich der Code noch im verfügbaren Pool oder wurde er bereits verkauft? Hat der Nutzer ihn in der App bereits als „eingelöst“ markiert? Wann läuft dieser spezifische Code ab?

Leistungsfähige APIs und durchdachte Geschäftslogik

Damit die App auf dem Smartphone nicht nur ein überzeugendes Nutzererlebnis bietet, sondern auch echten Mehrwert liefert, muss sie reibungslos mit dem Backend zusammenspielen. Wir haben maßgeschneiderte Schnittstellen (APIs) entwickelt, die weit über den Funktionsumfang eines Standard-Shops hinausgehen.

Ein Beispiel hierfür ist die Ersparnisberechnung. Für die Nutzer ist es äußerst motivierend zu sehen, wie viel sie durch die VIVO-App bereits gespart haben. Wir haben dies so konzipiert, dass die App nicht jede einzelne vergangene Bestellung separat abfragen muss. Ein einziger, effizienter API-Call an unser System genügt, und die exakt berechnete Gesamtersparnis wird direkt an das Smartphone zurückgeliefert. Das optimiert die Performance der App und minimiert die Ladezeiten.

Darüber hinaus haben wir zahlreiche Sicherheits- und Komfortfunktionen direkt in die Kernarchitektur des Systems integriert. So wurden beispielsweise automatische Warenkorb-Limits implementiert, die sicherstellen, dass Einkäufe den vorgegebenen Maximalwert nicht überschreiten – und die bereits vor dem Hinzufügen neuer Artikel eine Validierung durchführen.

Mehr als ein Shop: Ein vollwertiges Management-Werkzeug

Während die App-Nutzer von Rabatten und Komfort profitieren, muss das System gleichzeitig den Arbeitsalltag der VIVO-Mitarbeiter erheblich erleichtern. Wir haben das System daher zu einem umfassenden Informations- und Verwaltungstool ausgebaut, das kontinuierlich weiterentwickelt wird:

Maßgeschneiderte Rechnungslegung: Jeder Kauf generiert vollautomatisch eine buchhaltungskonforme PDF-Rechnung. Diese wurde exakt auf die Anforderungen von VIVO zugeschnitten – von der Einbindung der individuellen VIVO Card-Nummer bis zum Entfernen technischer Artikelnummern (SKUs), damit die Belege für die Endkunden verständlich und übersichtlich bleiben.

Präzise Berichterstattung: Das Management benötigt exakte Kennzahlen. Wir haben komplexe Logiken für tagesaktuelle Sales-Reports und Inventurauswertungen entwickelt, die auch große Datenmengen strukturiert und übersichtlich aufbereiten.

Automatische Lagerstandswarnungen: Da Gutscheincodes einen realen Geldwert repräsentieren, darf VIVO nie „ausverkauft“ sein. Wir haben einen automatisierten Warnmechanismus implementiert: Unterschreitet der Vorrat an Gutscheinen für einen bestimmten Partner ein definiertes Minimum, löst das System umgehend eine E-Mail-Benachrichtigung aus. So kann das Team rechtzeitig neue Kontingente beschaffen.

Fazit: Die digitale Zukunft auf einem stabilen Fundament

Der Übergang von physischen Karten und analogen Prozessen hin zu einem rund um die Uhr verfügbaren, digitalen Erlebnis war für VIVO und die voestalpine ein bedeutender Schritt. Aus der Vision, den Mitarbeitern Rabatte direkt auf das Smartphone zu bringen, ist ein hochkomplexes, aber für den Nutzer vollkommen intuitives Ökosystem entstanden.

 

Wir bei CopeX blicken mit großem Stolz auf dieses Projekt. Wir haben nicht einfach Standard-Software implementiert, sondern die Architektur gezielt angepasst und erweitert, sodass sie exakt auf die Anforderungen von VIVO zugeschnitten ist. Dass wir mit moweex einen Projektpartner an unserer Seite hatten, der das Vorhaben von der ersten Idee bis zum Go-Live mit vollem Einsatz und fundierter Expertise vorangetrieben hat, hat diesen Erfolg in dieser Form erst möglich gemacht.

Heute laufen tausende Transaktionen, das Management hunderttausender Gutscheincodes und die gesamte Geschäftslogik zuverlässig im Hintergrund. Und auch wenn die Nutzerzahlen steigen und kontinuierlich neue Funktionen wie Lagerstandswarnungen oder Warenkorb-Limits hinzukommen: Das erste rein digitale Produkt der voestalpine läuft stabil und skalierbar auf unserem Code – und das Backend steht nach wie vor auf einem soliden Fundament.

Daten & Fakten zum Vivo-Projekt

Performante REST-APIs

Für die Kommunikation zwischen App und Backend haben wir maßgeschneiderte Schnittstellen entwickelt, die weit über das hinausgehen, was ein Standard-Shop bietet:

  • Produktkatalog-API: Echtzeitabfrage verfügbarer Gutscheine inkl. Preise und Verfügbarkeit

  • Ersparnis-API: Berechnet die Gesamtersparnis eines Nutzers serverseitig in einem einzigen Call – performant und ladezeit-optimiert

  • Warenkorb-Validierung: Automatische Limits verhindern Überschreitung von Maximalbeträgen bereits vor dem Checkout

  • Bestellhistorie: Übersicht aller getätigten Käufe inkl. Gutscheinstatus

 

Automatisierung & Reporting

Das System erleichtert den Arbeitsalltag des VIVO-Teams durch weitreichende Automatisierung:

  • PDF-Rechnungen: Vollautomatische, buchhaltungskonforme Rechnungsgenerierung mit individueller VIVO Card-Nummer

  • Tagesaktuelle Sales-Reports: Komplexe Auswertungslogik mit korrekter Zeitzonen-Behandlung und Paginierung

  • Inventurberichte: Jahresauswertungen über den gesamten Gutscheinbestand

  • Transaktions-Mails: Automatische Bestätigungen mit Gutscheincodes an die Nutzer

  • Benutzerverwaltung in KeyCloak: Automatische Übernahme der Benutzerdaten in den Shop bei Aktivierung der App.

 

Cloud-Infrastruktur

Das System läuft auf AWS und ist für Skalierbarkeit ausgelegt:

  • AWS ECS für Container-Orchestrierung

  • AWS EFS für geteilten Speicher über mehrere Instanzen

  • GitLab CI/CD-Pipeline für automatisiertes Deployment (Staging + Produktion)

  • Docker-basierte Architektur für konsistente Umgebungen

 

 

Anforderungen

  • Entwicklung eines skalierbaren Backends für eine mobile App mit ~25.000 potenziellen Nutzern

  • Verwaltung hunderttausender einzigartiger Gutscheincodes mit lückenloser Nachverfolgung

  • Automatisierte Rechnungslegung und Berichterstattung

  • Echtzeit-Kommunikation zwischen App und Backend über REST-APIs

  • Cloud-basierte Infrastruktur mit automatisiertem Deployment

  • Integration von Keycloak für sichere Authentifizierung

 

Lösungen

  • Magento 2 als Backend mit tiefgreifend adaptiertem Produktsystem

  • Eigenentwickelte „Voucher Code“-Architektur für die Gutscheinverwaltung

  • Maßgeschneiderte REST-APIs für Produktkatalog, Bestellungen und Ersparnisberechnung

  • Automatisierte PDF-Rechnungsgenerierung angepasst an VIVO-Anforderungen

  • Tagesaktuelle und jährliche Reporting-Mechanismen mit Cron-Jobs

  • Lagerstandsüberwachung mit automatischem E-Mail-Alarm

  • AWS-basierte Cloud-Infrastruktur (ECS, EFS, ECR)

  • CI/CD-Pipeline mit GitLab CI für automatisiertes Deployment

 

Ergebnis

  • Vollständig digitaler Gutscheinkauf rund um die Uhr – vom analogen Service Center zur App

  • Skalierbare Plattform, die zehntausende Transaktionen und hunderttausende Gutscheincodes zuverlässig verwaltet

  • Automatisierte Prozesse für Rechnungslegung, Reporting und Lagerverwaltung entlasten das VIVO-Team massiv

  • Das erste rein digitale Produkt der voestalpine, das auch vollständig digital vertrieben wird

 
Kundevoestalpine vivo Mitarbeiter Service GmbH
SystemMagento 2.4 (Open Source)
HostingAWS (ECS, EFS, ECR)
Features
Voucher-Code-Verwaltung, REST-APIs, Keycloak SSO, PDF-Rechnungen, automatisierte Reports, Lagerstandswarnungen, Nexi Payment
CopeX – Magento Module

CopeX_SerialNumber, CopeX_AppPayment, CopeX_AppCatalog, CopeX_KeycloakAuth, CopeX_MaxCartValue, CopeX_CustomerSavings, CopeX_PdfInvoice

Schnittstellen
REST-API (App <> Backend), Keycloak OIDC, Nexi Payment Gateway
Projektpartner
moweex (Konzept, App, Deployment)
EntwicklerCopeX GmbH