Von Magento 1 zu Magento 2: Ein Rückblick
Dieser Artikel erschien ursprünglich 2015, als Magento 2 noch in der Beta-Phase war. Seitdem hat sich viel verändert: Magento 1 erreichte im Juni 2020 sein offizielles End-of-Life und erhält keine Sicherheitsupdates mehr. Magento 2 — mittlerweile unter dem Dach von Adobe als Adobe Commerce (Enterprise) bzw. Magento Open Source (Community) — ist die etablierte Plattform für professionellen E-Commerce.
Warum Magento 1 nicht mehr betrieben werden sollte
Wer heute noch einen Magento 1 Shop betreibt, setzt sich erheblichen Risiken aus:
- Keine Sicherheitspatches — bekannte Schwachstellen werden nicht mehr geschlossen
- PCI-Compliance — ohne aktive Patches ist die Einhaltung von Zahlungsstandards gefährdet
- Keine Weiterentwicklung — Payment-Provider, Versanddienstleister und Drittanbieter stellen ihre Magento-1-Integrationen ein
- Hosting-Probleme — moderne PHP-Versionen (8.x) werden von Magento 1 nicht unterstützt
Magento 2: Der aktuelle Stand
Magento 2 hat sich seit dem ersten Release 2015 massiv weiterentwickelt. Der aktuelle Technologie-Stack hat mit dem ursprünglichen wenig gemeinsam:
Aktueller Technologie-Stack (Magento 2.4.x):
- PHP 8.2 / 8.3
- Composer 2
- MySQL 8.0 / MariaDB 10.6
- Elasticsearch / OpenSearch (Pflicht für Katalogsuche)
- Redis (Session- und Cache-Backend)
- Varnish (Full-Page-Cache)
- RabbitMQ (Message Queue für asynchrone Verarbeitung)
- nginx oder Apache 2.4
Architektur-Vorteile gegenüber Magento 1:
- Service Contracts & APIs — saubere Schnittstellen zwischen Modulen, keine Class-Rewrites mehr
- Dependency Injection — Modulkonflikte, die in Magento 1 zum Shop-Stillstand führten, sind architektonisch gelöst
- Composer-basiert — professionelles Dependency-Management statt Magento Connect
- GraphQL & REST APIs — native Headless-Fähigkeit für moderne Frontends
- Admin-UI — deutlich moderneres und performanteres Backend
- Staging & Preview — Content-Änderungen können geplant und vorab geprüft werden (Adobe Commerce)
Moderne Frontends: Hyva als Game-Changer
Das Standard-Frontend von Magento 2 (Luma) basiert noch auf RequireJS, jQuery und KnockoutJS. Das führt zu großen Bundles und mäßiger Performance.
Mit Hyva Themes gibt es eine moderne Alternative, die auf Alpine.js und Tailwind CSS setzt. Die Ergebnisse sind beeindruckend:
- 90+ Lighthouse-Scores statt 20-30 mit Luma
- Drastisch reduzierte JavaScript-Bundle-Größe
- Schnellere Entwicklungszyklen durch einfacheres Tooling
Wir bei CopeX setzen bei Neuprojekten und Relaunches konsequent auf Hyva. Mehr dazu in unserem Hyva Eco-System Artikel.
Migration: Der Weg von Magento 1 zu Magento 2
Eine Migration von Magento 1 zu Magento 2 ist kein einfaches Update, sondern ein Relaunch-Projekt. Daten (Kunden, Bestellungen, Produkte) können mit dem offiziellen Data Migration Tool übernommen werden, aber Templates, Extensions und individuelle Anpassungen müssen neu entwickelt werden.
Typische Migrations-Schritte:
- Analyse des bestehenden Shops (Extensions, Customizations, Integrationen)
- Auswahl der passenden Magento-2-Extensions als Ersatz
- Theme-Entwicklung (idealerweise gleich mit Hyva)
- Datenmigration und Testing
- Go-Live mit SEO-Redirect-Mapping
Fazit
Magento 1 ist Geschichte. Wer noch nicht migriert hat, sollte das zeitnah angehen — nicht nur wegen der Sicherheitsrisiken, sondern auch weil Magento 2 mit Hyva-Frontend, GraphQL-APIs und modernem Stack eine deutlich bessere Basis für zukunftsfähigen E-Commerce bietet.
Sie betreiben noch einen Magento 1 Shop oder planen einen Relaunch? Wir beraten Sie gerne zu den Möglichkeiten.




