„Was kostet mich das eigentlich wirklich — Shopify oder Magento?” Diese Frage hören wir in fast jedem Erstgespräch. Und meistens folgt die ehrliche Antwort erst nach einer kurzen Pause, weil sie nicht „Shopify ist billiger” oder „Magento ist teurer” lautet, sondern: Es kommt auf deinen Umsatz an. In diesem Artikel rechnen wir es konkret durch — mit echten Tarifzahlen, unseren realen Betriebskosten und einem Break-Even-Punkt, ab dem die Sache kippt. Inklusive Umstieg in beide Richtungen.
Damit niemand mit erfundenen Zahlen hantiert: Die Shopify-Preise stammen direkt von der österreichischen Shopify-Preisseite (Stand Juni 2026), die Magento-Betriebskosten sind unsere tatsächlichen Service-Sätze.
Was kostet der Start?
Die Initialkosten sind der erste große Unterschied — und der erste Denkfehler. Viele schauen nur auf den Startpreis und übersehen, dass dieser bei beiden Plattformen extrem vom Projekt abhängt.
Ein Magento-Onlineshop bei uns startet als Kickstart-Paket bei 12.990 € (Starter, B2C), das mittlere KMU-Paket liegt bei 42.990 € (B2C + B2B, skalierbar). Dafür bekommst du ein Hyvä-Frontend, Hosting für sechs Monate und einen fertig konfigurierten Shop — kein Flickwerk aus Extensions.
Ein vergleichbarer Shopify-Build über eine Agentur liegt bei einem Theme-basierten Setup typischerweise zwischen 8.000 und 18.000 €. Günstiger im Einstieg, ja — aber dafür beginnt bei Shopify ab Tag eins die monatliche Miete plus ein Aufschlag auf jeden Verkauf. Genau hier wird es interessant.
Was kostet der laufende Betrieb?
Hier liegt der eigentliche Kern. Magento Open Source hat keine Lizenzgebühr, aber du bist für Betrieb und Sicherheit verantwortlich. Bei uns sieht das in Zahlen so aus:
| Position | Kosten | pro Jahr |
|---|---|---|
| Patch-Service (Sicherheits-Updates) | 149 €/Monat | 1.788 € |
| Server / Hosting | 159 €/Monat | 1.908 € |
| Großes Update (alle 2 Jahre 2.000 €) | ≈ 83 €/Monat | 1.000 € |
| Summe | 391 €/Monat | 4.696 € |
Diese 4.696 € pro Jahr sind fix — egal ob du 200.000 € oder 2 Millionen € Umsatz machst.
Shopify funktioniert genau andersherum. Der Grow-Tarif kostet 69 €/Monat bei Jahresabrechnung, also 828 € pro Jahr. Dazu kommt aber ein Transaktions-Aufschlag von 1 % auf jeden Verkauf, sobald du einen externen Zahlungsanbieter nutzt. Bei 500.000 € Umsatz sind das allein 5.000 € obendrauf.
Die Kreditkartengebühr des Zahlungsanbieters lassen wir bewusst außen vor — die fällt bei beiden Systemen an und kürzt sich aus dem Vergleich heraus. Übrig bleibt der reine Plattform-Unterschied: Magentos Fixkosten gegen Shopifys Grundgebühr plus 1 %.
Der Break-Even: ab wann kippt es?
Jetzt wird gerechnet. Wir setzen die beiden laufenden Kosten gleich:
Magento: 4.696 €
Shopify: 828 € + 1 % × Umsatz
4.696 = 828 + 0,01 × Umsatz
Umsatz = 386.800 €
Bei rund 387.000 € Jahresumsatz sind beide gleich teuer. Darunter ist Shopify Grow im laufenden Betrieb günstiger, darüber Magento. So sieht das über drei Umsatzstufen aus:
| Jahresumsatz | Magento OSS | Shopify Grow | Günstiger |
|---|---|---|---|
| 250.000 € | 4.696 € | 3.328 € | Shopify (−1.368 €) |
| ~387.000 € | 4.696 € | 4.696 € | Break-Even |
| 500.000 € | 4.696 € | 5.828 € | Magento (−1.132 €) |
| 1.000.000 € | 4.696 € | 10.828 € | Magento (−6.132 €) |
Der Grund ist simpel: Shopifys 1 % wächst mit jedem Euro Umsatz mit, Magentos Betriebskosten nicht. Ein Shop mit 1 Million Umsatz zahlt bei Shopify Grow rund 10.800 € im Jahr nur an Plattformkosten — bei Magento sind es konstant 4.696 €.
Was kostet ein zweiter Shop?
Sobald du mehr als eine Marke oder Domain betreibst, ändert sich die Rechnung grundlegend. Bei Shopify ist jeder eigenständige Storefront ein eigenes Abo — zusätzliche Domains auf einem Shop leiten nur auf die Hauptdomain um, echte getrennte Kataloge brauchen getrennte Stores. Willst du mehrere Marken zentral verwalten, führt der Weg zu Shopify Plus: ein Vertrag, bis zu zehn Stores, ab rund 2.100 €/Monat. Das ist hier die ehrliche Vergleichsbasis — Grow ist für echtes Multi-Brand nicht gebaut.
Magento bringt Multi-Website von Haus aus mit: eine Installation betreibt beliebig viele Websites, jede mit eigener Domain, eigenem Katalog, eigener Währung — ohne Lizenzaufpreis pro Store. Drei Marken mit zusammen 1,5 Mio. € Umsatz sehen so aus:
| 3 Marken, zusammen 1,5 Mio. € Umsatz | Plattformkosten/Jahr |
|---|---|
| Shopify Plus (1 Vertrag, bis 10 Stores) | 25.200 € + 0,2 % = 28.200 € |
| 3× Shopify Grow (getrennt verwaltet) | 2.484 € + 1 % = 17.484 € |
| Magento (1 Installation, 3 Websites) | 4.696 € |
Drei einzelne Grow-Abos wirken zunächst billig — aber du verwaltest drei getrennte Backends, zahlst dreimal 1 % und hast keine zentrale Sicht. Shopify Plus löst das Management-Problem, kostet aber das Sechsfache von Magento. Magento betreibt alle drei Shops auf einer Basis; ein etwas größerer Server kann dazukommen, eine Pro-Store-Lizenz nicht.
Umstieg Shopify → Magento
Der laufende Vorteil ist die eine Sache. Die andere: Ein Wechsel kostet erst einmal Geld. Du brauchst einen neuen Shop (Rebuild) und eine saubere Datenmigration. Als Anker: ein KMU-Setup bei uns liegt bei rund 43.000 €, die Datenmigration startet bei 4.990 € — zusammen also grob 48.000 € einmalig.
Diese Investition holst du über die jährliche Ersparnis wieder herein. Und hier zeigt sich, warum der reine Kostenvergleich ehrlich bleiben muss:
| Jahresumsatz | Jährliche Ersparnis (Magento) | Payback auf ~48.000 € |
|---|---|---|
| 500.000 € | 1.132 € | ~42 Jahre |
| 1.000.000 € | 6.132 € | ~7,8 Jahre |
| 3.000.000 € | 26.132 € | ~1,8 Jahre |
| 5.000.000 € | 46.132 € | ~1,0 Jahr |
Bei 500.000 € Umsatz rechnet sich ein Wechsel über die Plattformkosten allein praktisch nie. Bei 3 Millionen € amortisiert er sich in unter zwei Jahren. Spätestens hier wird klar: Der Umstieg zu Magento lohnt sich nicht wegen ein paar Euro Hosting, sondern weil bei wachsendem Umsatz der Transaktions-Aufschlag richtig weh tut — und weil du dann meist ohnehin tiefe Integrationen, B2B-Logik und Datensouveränität brauchst, die Magento mitbringt.
Umstieg Magento → Shopify
Andersherum gilt dasselbe nüchterne Prinzip. Ein Wechsel von Magento zu Shopify kostet ebenfalls einen Rebuild und eine Migration (Theme-Setup grob 8.000–18.000 €). Den laufenden Vorteil hast du nur, solange dein Umsatz unter dem Break-Even bleibt.
Bei 250.000 € Umsatz spart Shopify Grow gegenüber Magento etwa 1.368 € im Jahr. Auf einen Rebuild von, sagen wir, 12.000 € gerechnet, sind das rund neun Jahre bis zur Amortisation — über die Kosten allein also auch kein Selbstläufer.
Der Umstieg nach unten ergibt deshalb selten aus Kostengründen Sinn, sondern aus operativen: Wenn dir Wartung, Sicherheit und Updates zu viel Aufwand sind und dein Geschäft gut in Standardprozesse passt, kann Shopify die ruhigere Wahl sein. Es ist eine Entscheidung über Aufwand und Kontrolle — nicht primär über den Preis.
Wohin dein Geld fließt
Ein Punkt, der in Kostentabellen gern untergeht: Wem zahlst du eigentlich? Die Shopify-Gebühr geht Monat für Monat an einen börsennotierten Konzern in Übersee — und für jede Anpassung, die über Standard-Themes und Apps hinausgeht, brauchst du trotzdem eine Agentur. Du zahlst also zweifach: Plattform-Miete an Shopify, Entwicklung an einen Dienstleister.
Ein self-hosted Magento betreibst du mit einer Agentur deiner Wahl — bei uns in Linz, mit echten Ansprechpartnern, die ans Telefon gehen, wenn etwas brennt. Es gibt keine Plattform-Miete an einen Konzern; dein Budget bleibt in der Region und schafft hier Wertschöpfung, statt als Lizenzgebühr abzufließen. Für viele unserer Kunden ist das kein Nebenaspekt, sondern ein Teil der Entscheidung.
Kurzfassung für die Geschäftsführung: Unter rund 387.000 € Umsatz ist Shopify im laufenden Betrieb günstiger, darüber Magento — bei mehreren Marken kippt es noch früher. Ein Plattformwechsel rechnet sich über die laufenden Kosten erst bei deutlich höherem Umsatz. Darunter entscheidest du über Kontrolle, Multi-Shop-Fähigkeit und darüber, wer von deinem Geld lebt — nicht über den Cent.
Was du als nächstes tun kannst
Wenn du gerade vor genau dieser Entscheidung stehst, gibt es zwei pragmatische erste Schritte:
- Rechne deinen eigenen Break-Even: Nimm deinen Jahresumsatz, multipliziere ihn mit 1 % und vergleiche das plus 828 € mit deinen fixen Magento-Betriebskosten. Liegst du klar über 387.000 €, lohnt sich der genauere Blick auf Magento.
- Lass uns gemeinsam draufschauen: Wir rechnen deinen konkreten Fall durch — inklusive Integrationen, B2B-Anforderungen und Migrationsaufwand. Kontakt: office@copex.io oder Erstgespräch anfragen.
Den generellen Plattformvergleich (Kontrolle, Integrationen, Lock-in) findest du auf unserer Übersichtsseite Magento vs. Shopify. Wenn du schon weißt, dass es Magento wird, hilft dir der Magento-Kickstart zum Festpreis beim schnellen Start. Und wer aus einer teuren Cloud zurück will, findet im Beitrag Raus aus der Cloud: AWS-Magento-Migration das passende Vorgehen.
Quellen / Weiterlesen
- Shopify-Tarife Österreich (Grundgebühren & Transaktionsgebühren): shopify.com/at/preise
- Shopify Plus Multi-Store (bis 10 Expansion Stores), Varianten- und Optionslimits (2.048 Varianten, 3 Optionen, seit Okt 2025): Shopify Help Center
- Magento-Betriebskosten: CopeX Patch-Service & Managed Hosting (interne Konditionen, Stand Juni 2026)
- CopeX Magento-Kickstart-Festpreise: /kickstarter




